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Unternehmensfinanzierung
Attraktive Finanzierungsalternative
Attraktive Finanzierungsalternative
Creditreform Magazin, 04.04.2011
Alexander von Preysing, Head of Issuer Services bei der Deutschen Börse in Frankfurt, über die wachsende Bedeutung von Unternehmensanleihen zur Finanzierung des Mittelstandes.
Herr von Preysing, die Regionalbörsen Stuttgart und Düsseldorf sind bereits mit eigenen Marktsegmenten für mittelständische Unternehmensanleihen vorgeprescht – seit Mitte Februar steht nun auch Ihr Entry Standard in Frankfurt für Anleihe-Emissionen offen. An wen richtet sich das neue Angebot?
Eingeladen sind börsennotierte und nicht börsennotierte mittelständische Unternehmen aus allen Branchen. Dabei gibt es weder einen formalen Ausschluss von Branchen noch formale Vorgaben für Unternehmensgröße und Mindestanleihevolumina! Gegenwärtig pendelt sich das Investoreninteresse aber auf Mindest-Emissionsvolumina ab 30 Millionen Euro und Mindest-Unternehmensgrößen von 50 Millionen Euro bei Umsatzvolumen und Marktkapitalisierung ein …
Was genau sind die Motive der Unternehmen, Anleihen zu begeben? Schließlich werden sie als Instrument der Mittelstandsfinanzierung immer wichtiger
In der Tat, denn die Möglichkeit, Anleihen durch kombinierte Eigen- und Fremdemission im Rahmen eines öffentlichen Angebots zu platzieren, ist für Unternehmen eine attraktive Finanzierungsalternative. Eine solche Finanzierung ist einfach, schnell und kosteneffizient – und macht Unternehmen unabhängiger von Banken. Die geringeren Transparenzanforderungen sind zudem für kleine und mittlere Unternehmen besonders geeignet.
Bislang wurden im Entry Standard nur Aktien notiert. Welche Unternehmen geben tendenziell eher Aktien aus, welche begeben Anleihen? Für wen eignet sich welches Instrument – verallgemeinernd gesprochen – eher?
Das lässt sich pauschal nur schwer beantworten, denn je nach Verwendungszweck und Bilanzsituation ergibt sich unterschiedlicher Finanzierungsbedarf. Aber: Da Fremdkapital zur Zinszahlung verpflichtet, lassen sich damit leichter Wachstums-Projekte finanzieren, die direkt und stetig zu Umsatz führen. Forschung, Entwicklung und riskante Projekte hingegen lassen sich besser mit zusätzlichem Eigenkapital stemmen.
Und warum sollte ein Mittelständler, der Anleihen begeben möchte, dies gerade im Entry Standard machen – und nicht etwa auf "Bond-M" in Stuttgart oder im Düsseldorfer "Mittelstandsmarkt"?
Die Deutsche Börse verfügt über eine Reihe von Alleinstellungsmerkmalen: Nicht nur bieten wir im Entry Standard wie gesagt Eigenkapital- und Fremdkapitalfinanzierungen unter einem Dach und damit eine genau auf den Mittelstand abgestimmte Angebotspalette. Wir verfügen zudem auch über ein einzigartiges Netzwerk an Kapitalmarktexperten und Handelsteilnehmern, welche die Koordination, Qualitätskontrolle und Überwachung der Transparenzpflichten wahrnehmen. Und: Bei unserer offenen Transaktionsarchitektur sind nicht nur Antragsteller, sondern auch die Zahlstelle und der Skontroführer frei wählbar. Nicht zuletzt sind wir nicht nur die größte Privatanlegerbörse Deutschlands, sondern bieten zugleich Zugang zu einem internationalen Netzwerk institutioneller Investoren. Wir sprechen hier von mehr als 4.500 Händlern in 250 Institutionen. Und mit unseren Veranstaltungen Deutsches Eigenkapitalforum sowie der Entry und General Standard Konferenz bieten wir Anleihe-Emittenten auch die ideale Plattform, sich der Investorengemeinde vorzustellen.
Apropos Investoren: Zielen Anleihen im Entry Standard eher auf institutionelle Investoren oder Privatanleger?
Sowohl als auch: Die Handelsplattformen der Deutschen Börse bieten Zugang zu einem Liquiditätspool institutioneller Anleger und zugleich auch zu Privatanlegern. Es ist sogar empfehlenswert, einen Investoren-Mix aus Privaten und Institutionellen Anlegern zu erreichen. Das erhöht die Platzierungs-Sicherheit!
Autor: Die Fragen stellte Ingo Schenk
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