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Transparenz zahlt sich aus
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Creditreform Unternehmermagazin
Creditreform Magazin, 12.11.2010
Der Aufschwung ist da, nun will er finanziert werden. Was Unternehmer vor dem nächsten Bankgespräch bedenken sollten.
Mit der konjunkturellen Aufhellung und der stärkeren Auslastung der Produktionskapazitäten dürfte auch die Investitionsbereitschaft bei deutschen Unternehmen wieder zunehmen, wenn natürlich in den einzelnen Branchen unterschiedlich ausgeprägt. Deshalb ist davon auszugehen, dass sich die während der Wirtschaftskrise bezogen auf den Gesamtmarkt rückläufige Kreditnachfrage konjunkturell getrieben in den kommenden Monaten wiederbeleben wird.
Befürchtungen einzelner Marktteilnehmer über eine zu knappe Kreditversorgung haben sich nicht bestätigt, wie aktuelle Studien, unter anderem der Deutschen Bundesbank, der KfW Bankengruppe und des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, zeigen. Und: Im Vergleich zur Rezession 2003 wiesen viele mittelständische Unternehmen in der jüngsten Wirtschaftskrise eine robustere Kapitalausstattung auf und waren damit finanziell widerstandsfähiger – auch wenn die in der Aufschwungsphase bis 2008 gebildeten Kapitalpuffer
noch nicht das internationale Vergleichsniveau der Eigenkapitalquoten mittelständischer Betriebe erreicht hatten. Der Konjunkturabschwung hat schließlich zu Einschnitten in den wirtschaftlichen Verhältnissen zahlreicher Betriebe und einer erneuten Abschmelzung dieser Kapitalpuffer geführt. Dies begründet letztlich, dass zwar aktuell die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen nicht das Rekordniveau von 2003 erreichen wird, diese sich aber dennoch auf einem vergleichsweise hohen Stand bewegen.
Mittelstandsförderung per Hausbank
Stabilisierend haben in der Wirtschaftskrise die staatlichen Konjunkturmaßnahmen wie das bis Ende 2010 befristete KfW-Sonderprogramm und erweiterte Bürgschaftsprogramm gewirkt. Nach den bisherigen Erfahrungen sollten diejenigen Programmerweiterungen bei den Bürgschaftsbanken, die offenbar keine finanziellen Auswirkungen auf den Wirtschaftsfonds Deutschland hatten, auch über das Jahr 2010 hinaus fortgesetzt werden. So sollte die Eigenkompetenz für die Bürgschaftsbanken für Bürgschaftsvolumina bis 150.000 Euro
verbunden mit kürzeren Bearbeitungszeiten eingeräumt sowie die Möglichkeiten für Betriebsmittelfinanzierungen auf maximal 50 Prozent am Gesamtportfolio der Bürgschaftsbanken beibehalten werden.
Die Wirtschaftskrise hat auch gezeigt, wie wichtig für mittelständische Unternehmen eine gute Hausbankbeziehung ist – nicht zuletzt im Hinblick auf die Fördermittelprogramme von Bund und Ländern. Firmen können dadurch das umfangreiche Know-how ihrer Hausbanken nutzen und erhalten gleichzeitig eine maßgeschneiderte Finanzierung aus einer Hand. Sorgen bereiten aber den Volksbanken und Raiffeisenbanken die Pläne der Bundesregierung, die Institute in die Bankenabgabe einzubeziehen. Die genossenschaftliche Bankengruppe
hat die Finanzmarktkrise bekanntlich nicht verursacht. Im Gegenteil: Als regional verankerte Institute haben sie sogar stabilisierend auf das Finanzsystem gewirkt. Sollte das durchgeleitete Fördermittelgeschäft ebenfalls in die Bemessung zur Bankenabgabe einbezogen werden, droht Genossenschaftsbanken und Sparkassen im Rahmen des zweistufigen Bankenleitwegs und der damit verbundenen zweifachen bilanziellen Erfassung eine doppelte Belastung.
Vertrauensvolle Zusammenarbeit
Bei einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse von Unternehmen kommen Banken nicht umhin, die gestiegenen Risiken bankenaufsichtsrechtlich und betriebswirtschaftlich zu berücksichtigen. Rating-Anpassungen von Betrieben seit Beginn der Krise sind bei Genossenschaftsbanken somit nicht Ergebnis geänderter Ratingverfahren. Neben dem Rating fließen noch weitere Aspekte in die Kreditvergabeentscheidung mit ein, etwa das Vorhandensein werthaltiger Sicherheiten oder die Kapitaldienstfähigkeit des Unternehmens.
Vor diesem Hintergrund ist es eine normale Entwicklung, dass sich in konjunkturschwachen Zeiten bei einer Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse von Unternehmen bei gleichzeitiger Beachtung ihrer Zukunftsfähigkeit die Kreditvergabestandards durch beispielsweise höhere Sicherheitenanforderungen und Kreditzinsen ändern können. Insgesamt bewegen sich die Bankzinsen im Kreditneugeschäft an nicht-finanzielle Unternehmen jedoch weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
Bei einer wirtschaftlichen Verschlechterung empfiehlt sich für Firmenkunden eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit der Hausbank vor Ort. Das gilt nicht nur für Krisenzeiten. Im Rahmen der oftmals langjährigen Kundenbeziehungen mit der Bank lassen sich so individuelle Finanzierungslösungen für betroffene Unternehmen finden.
Für eine erfolgreiche Finanzierung bedarf es einer umfassenden Vorbereitung der Firmenkunden auf das Bankgespräch, um ihre geplanten Vorhaben überzeugend und glaubwürdig vertreten zu können. Wesentliches Finanzierungshemmnis ist – neben einer schlechten Finanzkommunikation – auch häufig, dass ein schlüssiges und tragbares Geschäftsvorhaben mit positiven Zukunftsaussichten fehlt. Empfehlenswert ist es, sich vor dem Finanzierungsgespräch bei der Bank nach den einzureichenden Unterlagen zu erkundigen. Welche
aussagekräftige Unterlagen die Bank benötigt, verrät die Checkliste (siehe Kasten).
Autor: Volker Stolberg ist Mittelstandsexperte beim Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken
Checkliste:
Welche Unterlagen im Bankgespräch helfen
- Jahresabschlüsse der letzten drei Jahre (soweit keine Existenzgründung)
- Aktuelle Betriebswirtschaftliche Auswertung (vor allem, wenn letzter Jahresabschluss einige Monate zurückliegt)
- Unterlagen zu Kreditsicherheiten
- Aktuelle Aufstellung des Forderungs- und Warenbestands
- Gesellschafterverträge, Handelsregisterauszüge
- Aktueller Kreditspiegel mit Angaben zu den wichtigsten Verbindlichkeiten
- Finanz- und Liquiditätsplan, Investitionsplan (bei geplanten Investitionen)
- Umsatz-, Kosten- und Ertragsplan für die kommenden ein bis drei Jahre
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