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Insolvenzen, Neugründungen und Löschungen, Jahr 2011

Insolvenzen, Neugründungen und Löschungen, Jahr 2011Publikation vom 01.12.2011:

Unternehmensinsolvenzen
sinken um 5,8 Prozent,
Verbraucherinsolvenzen
um 6,1 Prozent


Hightlights aus der Analyse:

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Startseite Info-Center Fachartikel & Checklisten Forderungsmanagement Der Mittelstand in Zeiten der Wirtschaftskrise

Der Mittelstand in Zeiten der Wirtschaftskrise


Creditreform Magazin, 25.03.2009


Viele kleine und mittlere Unternehmen stehen durch verschärfte Finanzierungsbedingungen, steigende Kostenbelastung und nachlassende Auftragseingänge vor einem sehr schwierigen Jahr.

Eine Folge wird der Anstieg von Forderungsausfällen im deutschen Mittelstand sein. Hinzu kommen die seit Jahren besorgniserregenden Überschuldungsquoten bei Verbrauchern, die eine weitere Zunahme von Forderungsausfällen wahrscheinlich machen. Das Thema Forderungsverluste bleibt für viele kleine und mittlere Unternehmen daher von existenzieller Bedeutung.

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist 2008 zum ersten Mal seit 2003 wieder angestiegen. Insgesamt beliefen sich die Unternehmensinsolvenzen für das Jahr 2008 auf 29.800 Fälle. Für 2009 erwartet Creditreform ein Ansteigen der Unternehmensinsolvenzen auf 33.000 bis 35.000 Fälle. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Das Jahr 2009 wird für die gesamte Wirtschaft ein schwieriges Rezessionsjahr werden. Die meisten Unternehmen müssen ihre Geschäftserwartungen deutlich nach unten revidieren, die Finanzierungssituation der Unternehmen wird sich verschlechtern, die Forderungsausfälle steigen und die Kreditversicherer ziehen sich aus Teilen des Marktes ganz oder teilweise zurück. Vielen bonitätsschwachen Unternehmen wird die geringere Nachfrage, gepaart mit einer eingeschränkten Kreditvergabe, Schwierigkeiten bereiten. Schon jetzt gibt ein Drittel der von Creditreform im November befragten Unternehmen an, dass für sie der Zugang zu Finanzmitteln seit dem Frühjahr 2008 schwieriger geworden sei.

Wie sich schon Ende 2008 abzeichnete, werden insbesondere der Fahrzeugbau und die mittelständischen Zulieferbetriebe sowie die Autohändler den Abschwung spüren. Es ist nicht davon auszugehen, dass eine nationale Einzelmaßnahme wie die Abwrackprämie allein dazu in der Lage sein wird, einer globalisierten Schlüsselindustrie wie der Automobilindustrie nachhaltige Wachstumsimpulse zu verleihen. Auch die Transport- und Logistikwirtschaft sowie viele unternehmensnahe Dienstleistungsbereiche, Call Center und Personalvermittlungsagenturen dürften unter merklich steigenden Insolvenzen zu leiden haben. Besser sehen die Aussichten für den Hochbau, den Maschinen- und Anlagenbau sowie die Elektroinstallationsbranche aus.

Die zum Teil drastischen Rückgänge der Auftragseingänge führen zu Krisenmanagement, Kurzarbeit und weiteren Überlegungen zur Personaleinsparung. So ist davon auszugehen, dass sich die aktuellen Entwicklungen mit einem Zeitverzug von einigen Monaten in der Arbeitsmarktentwicklung zeigen werden. Die Schäden, die insolvente Unternehmen der Volkswirtschaft zufügen könnten, werden sich für das Jahr 2009 auf schätzungsweise 33 Milliarden Euro (2008: 29 Milliarden) summieren. Die Zahl der von der Insolvenz ihres Arbeitgebers betroffenen Arbeitnehmer wird nach Creditreform Schätzungen auf 510.000 Personen steigen und damit deutlich über dem aktuellen Niveau von 447.000 Betroffenen liegen.

Diese gesamtwirtschaftlichen Entwicklungstendenzen bilden den Nährboden für den erneuten Anstieg von Forderungsverlusten im deutschen Mittelstand. Auswertungen des Zahlungsverhaltens deutscher Unternehmen bestätigen, dass die Finanzkrise längst im Unternehmensalltag angekommen ist. Neben den ständigen Recherchen der Creditreform Gesellschaften, die in Auskunft und Bonitätsbewertung einfließen, verfügt Creditreform über einen umfassenden Datenpool (ZaC), in dem das Zahlungsverhalten von knapp einer Million deutschen Unternehmen gespeichert ist. Durch regelmäßige Pool-Auswertungen sind Veränderungen des Zahlungsverhaltens schnell feststellbar. Und in der Tat: Mittlerweile müssen sich Gläubiger durchschnittlich 14 Tage über das eigentliche Zahlungsziel hinaus gedulden, bis der Eingang des Geldes verzeichnet werden kann. Vor einem Jahr waren es weniger als 13 Tage.

Die beste Möglichkeit, Zahlungsausfälle zu vermeiden, besteht in einer Mischung aus Vorsorge und straffem Forderungsmanagement. Vor einer neuen Kundenbeziehung – egal ob zu Privatpersonen oder Unternehmen – sollte sich der Unternehmer ein Bild von der Bonität des potenziellen Kunden machen. Dazu können entsprechende Auskünfte aus Wirtschaftsdatenbanken eingeholt werden. Handelt es sich um eine Privatperson, kann beispielsweise eine Konsumentenauskunft angefordert werden. Je nach Auskunftei sind in den entsprechenden Datenbanken mehr als 50 Millionen Datensätze zum Zahlungsverhalten von Privatpersonen enthalten. Die Daten beziehen sich zum Beispiel auf ein vertragswidriges Zahlungsverhalten bei Mobilfunkverträgen oder Warenbestellungen und weisen auch auf Pfändungen oder Zwangsvollstreckungen hin. Handelt es sich um einen potenziellen Geschäftskunden, können Auskünfte über die Bonität des Unternehmens eingeholt werden. Bei Creditreform werden die Einzelinformationen beispielsweise zum so genannten Bonitätsindex verdichtet.

Der Creditreform Bonitätsindex ist der zentrale Bestandteil der Creditreform Firmenauskunft. Er stellt das Bonitätsrisiko eines Unternehmens strukturiert und klassifiziert dar. Durch die Verknüpfung von 15 Merkmalen und Merkmalskombinationen aus der Firmenauskunft und aus branchenanalytischen Vergleichswerten, die unterschiedlich stark gewichtet und bewertet werden, wird der Bonitätsindex ermittelt.

Der Bonitätsindex bildet heraufziehende Unternehmenskrisen als trennscharfer Frühwarnindikator deutlich ab. Die Trennschärfe des Bonitätsindexes und damit die Fähigkeit, sichere von unsicheren Kreditvergaben zu unterscheiden, lässt sich auch daran erkennen, dass die Ausfallquoten deutscher Unternehmen mit zunehmendem Bonitätsindex exponentiell ansteigen. Durch diese Trennschärfe erweist sich der Bonitätsindex als ein besonders wertvoller Indikator für das Kreditmanagement.

Ergänzend zum Bonitätsindex können Unternehmen das eigene Kunden- und Lieferantenportfolio mittels moderner Methoden der Bonitätsanalyse auf drohende Ausfälle hin analysieren lassen. Dadurch kann die Verlustgefahr beispielsweise von Forderungen, Umsätzen oder Mieteinnahmen bestimmt werden. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen bietet dieser so genannte Risikospiegel ein wertvolles Instrument, um schnell einen Überblick über die Ausfallrisiken der Geschäftspartner zu erhalten. Im Rahmen des Risikospiegels werden sämtliche Kunden- bzw. Lieferantenadressen eines Unternehmens mit der Firmendatenbank abgeglichen und alle bestehenden finanziellen Geschäftsbeziehungen auf ihre Risikoverteilungen und -konzentrationen hin untersucht.



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